FRei-Feld

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Aus: David Foster Wallace - Unendlicher Spaß

Aus: David Foster Wallace - Unendlicher Spaß

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Frauen im Wasser

Frauen im Wasser

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Libellen

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HaikU2

Man stelle sich nur mal vor,
das neue U2-Album
wäre ein Buch. 

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Der Garten

„Ich habe einen Garten?“, fragt er.
„Ja, du hast einen Garten“, sagt Maria, „wusstest du das nicht? Ich habe eben deinen Vermieter im Hausflur getroffen. Er meinte, wir könnten ihn nutzen.“
Sie führt ihn die Feuertreppe von seinem Balkon hinunter, geht durch eine Gittertür, die er nie geöffnet hat. Dann stehen sie auf knöchelhoch überwachsenen Steinplatten, ein Beet, gleichfalls überwuchert, ist nur zu erahnen, Äste beugen sich knapp über ihre Köpfe.
„Hier müsste man wohl erst was tun.“, stellt er fest.
„Ja“, sagt sie, „vielleicht machen wir uns es hier mal schön?“
„Viel Arbeit.“, findet er. „Aber: ja.“

„Du hast einen Garten?“, fragt Pia.
„Ich wusste es auch nicht“, sagt er. „Komm, ich zeig ihn dir.“
Spinnen weben zwischen den Stäben der Gittertür einen Altweibersommer. Die Steinplatten sind kaum mehr zu erkennen, trockenes Laub zerfasert knirschend unter ihren Füßen, die Äste hängen freier und weniger dicht.
„Vielleicht fange ich im Frühjahr an, es hier schön zu machen.“, sagt er.
„Viel Arbeit.“, gibt sie zu Bedenken. „Aber könnte sich lohnen, ja.“

„Willst du mal meinen Garten sehen?“, fragt er.
„Hm-hm, gern.“, sagt Aurelia.
Die Feuertreppe und die Querstreben der Gittertür sind schneebedeckt. Unter Schnee sind die Steinplatten und die Pflanzen, die sie überwuchern, weiße, leicht gehügelte Landschaften. Einige Äste hängen tief unter Schneelast, andere stechen schwarz in einen farblosen Himmel.
„Man sieht nicht viel.“, sagt sie.
„Ja“, stimmt er zu, „aber im Frühjahr, wenn ich ihn schön mache, zeig ich ihn dir noch einmal.“
„Gern. Wird das viel Arbeit?“

„Ich hab auch einen Garten.“, sagt er.
„Toll, zeig mal!“, sagt Katja.
Auf der Feuertreppe ist es nass und etwas rutschig, die Gittertür öffnet sich quietschend. Auf nassen Steinplatten werden zwischen knöchelhohem Grün ihre Hosenbeine feucht, einzelne Tropfen fallen von Ästen auf ihre Köpfe.
„Oh, das ist ja nicht so dolle.“, findet sie.
„Ja“, sagt er, „ich wollte ihn eigentlich schön machen jetzt nach dem Winter.“
„Das wird viel Arbeit.“, sagt sie.

„Du hast mir doch von einem Garten erzählt.“, sagt Sophia.
„Ja. Du kannst ihn gerne mal sehen, aber doll ist er nicht.“, sagt er.
Die Gitter der Tür sind dünn und grün umrankt. Sie müssen ein paar Pflanzen niederdrücken, die ihnen bis zu den Knien reichen würden. Ein Beet blüht wild und weiß, darüber senkt ein Flieder Lila.
„Der Flieder.“, sagt Sophia.
„Warte, ich pflücke dir einen Zweig.“, sagt er.
„Lass doch.“

„Komm, jetzt zeig ich dir meinen Garten.“, schlägt er vor.
„Ich bin gespannt.“, sagt Diana.
Sie lässt ihn auf der Feuertreppe vorgehen. Spinnennetze rauschen, Ranken knistern an der Gittertür. Er schiebt mit den Armen ein paar Äste zur Seite, Sonne bricht brennend durch. Mit einem Fuß befreit er an einer Stelle die Steinplatten vom Grün.
„Ja, ich weiß, das müsste alles weg, damit man es nutzen könnte.“
„Lustig.“, findet sie.
Komisch, denkt er.

„Willst du meinen Garten sehen?“, fragt er.
„Natürlich!“, antwortet sie.
Sie springt vor ihm die Feuertreppe hinab, öffnet die Gittertür schnell.
Schon stehen sie kniehoch in einem Pflanzenmeer mit steinernem Grund, ein dichtes Laubdach kühlt ihre Köpfe. Irgendwo singt ein Vogel.
„Geht doch.“, findet sie.
„Kommt alles. Irgendwann.“, sagt er und legt seinen Arm um ihre Schulter.

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6 Anmerkungen

Aus: Juli Zeh - Nullzeit

Aus: Juli Zeh - Nullzeit

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Man sollte doch meinen, Erklärungen seien unser wohlverdienter Lohn dafür, dass wir das Vergehen der Zeit ertragen. Wir haben einen Anspruch darauf. Wir werden verrückt, wenn wir sie nicht bekommen.
Juli Zeh: Nullzeit

14 Anmerkungen

Mut ist nur
dieser Bruchteil einer Sekunde,
bevor das Leben weiter geht.

8 Anmerkungen

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Klee

Als der Klee blühte,
blühte er weiß und violett.
Hast Du ihn auch gesehen
Auf der Suche nach Glück?

Als der Klee blühte,
pflückte ich Dir Blumen.
Hatte ich Angst,
das Glück zu finden?

Als der Klee blühte,
gingen wir manchmal
über seine Blüten hinweg
und fanden das Glück
nicht.



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frei-feld 2010