FRei-Feld

20 Anmerkungen

Freimarkt

Für insgesamt
sechsundneunzig Euro
schoss ich dir
den versprochenen
Riesenteddy.
Später
schieße ich
dir dafür
mein Sperma
ins Gesicht.

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Welcome to the jungle

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Bettlerin

Bettlerin

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Fishermens Cliff

Fishermens Cliff

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Der geänderte Schweizer

Er habe sein Leben komplett verändert, sagte der Schweizer in einem süddeutsch gefärbtem Englisch. “Totally changed” sagte er wörtlich, was die blonde Urlauberin mit den flachen Brüsten im grünem Bikini und ihre asiatische Freundin, weniger flachbrüstig in blauem Bikini, trotz oder wegen süddeutschem Englisch offenbar gut verstanden. Zumindest nickten sie eifrig mit langgezogenem “Ooooa” und versuchten unauffällig weiter ihre Frühlingsrollen mit Salat zu essen.
Bevor der Schweizer gesagt hatte, dass er sein Leben komplett oder “totally” verändert habe, sagte er natürlich, dass er Schweizer sei. Genau genommen habe er lange in Deutschland gearbeitet und gelebt - “I worked in Germany and also lived there” -, in dieser Maschinerie (“machinery”) und Geld gemacht (“made money”) und sich irgendwann gefragt: “Why?” (oder “wozu?”).
Hier machte der geänderte Schweizer eine Kunstpause, in der er die langen, schlanken Arme und Schultern hochzog und die Asiatin, den Blick starr auf das Meer gerichtet, eine weitere Frühlingsrolle nahm. Da auch die Blondine den Mund voll hatte, ihr Gesicht und ihre flache Brust aber offenbar interessierter der schmalen Brust des geänderten Schweizers zuwandte, fuhr dieser fort ohne seine eigene Frage zu beantworten.
Mit seinem ganzen Geld (“all my money”) habe er sich selbstständig gemacht, reise seitdem um die Welt und nehme nur die Aufträge an, die er annehmen wolle. Schließlich sei er ja unabhängig oder “free”, wie er sagte. Schon seine Mutter sei selbst in ihrer dritten Ehe nicht glücklich geworden, und dabei sah der geänderte Schweizer von der Blondine zur Asiatin und wieder zur Blondine, unter deren flacher Brust sich ein kugeliger aber noch fruchtbarer Bauch wölbte.
Er sei gerade über Thailand nach Vietnam gekommen, werde aber bald weiterziehen (“go on”), da ihm die Menschen hier zu verschlossen seien. Die Asiatin hielt im Kauen kurz inne, ohne dass der veränderte Schweizer es bemerkte.
Das Leben sei, fuhr der geänderte Schweizer fort, doch viel zu kurz, um es nicht zu genießen, man müsse sich doch in jeder Sekunde frei machen von alledem, von der Arbeit und der Verpflichtung und ja, von der Liebe auch, das sagte er wörtlich, der geänderte, freie Schweizer, “and also free from love”.
Nun schien auch die dickbäuchige Blondine das nicht mehr zu hören oder neben den Frühlingsrollen einen Braten zu riechen. Sie hielt sich den Bauch und furzte genüsslich, verständigte sich blickweise mit ihrer asiatischen Freundin, die sagte, wie beiläufig, “wieder so einer”, auf Deutsch und mit schwyzer Akzent, und beide standen sie auf und sprangen ins Meer, noch Salatblätter zwischen den Zähnen.

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Der Verletzte

Der Verletzte

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Jedes Mal

Ich hasse es, von ihr zu träumen.
Auch wenn sie mir im Träumen
oft freundlich, meistens hässlich
und immer belanglos erscheint,
auch wenn ich im Träumen
manchmal immer noch
mit ihr schlafe,
auch wenn sie Kinder hat
und wir beide längst andere
Leben leben,
träume ich noch von ihr
und hasse es,
jedes Mal.

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Rainy Night on Phu Quoc

Rainy Night on Phu Quoc

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Obstverkäuferin

Obstverkäuferin